Ich weiß, es ist nicht einfach zu verstehen… ich nehme mal ein etwas „extremeres“ Beispiel um es zu verdeutlichen.
Eine jüdische Frau hat gelernt, selber oder auch unterbewußt von den Generationen vorher, sich in der Gesellschaft „unauffällig“ zu verhalten…sich „nichtjüdisch“ anzupassen. Wenn sie am Abend nach Hause kommt ist sie erschöpft, weil ihre Alarmantennen permanent aktiv waren und sie die ganze Zeit damit beschäftigt war: haben die mich seltsam angeschaut, wie sehe ich aus, bin ich aus der Reihe getanzt, war ich anders…sie hält sich und ihr wahres Wesen also zurück um in der Gesellschaft buchstäblich zu ÜBERLEBEN - das ist unterbewußt in ihr abgespeichert.
Am Abend bei ihrer Familie, kann sie loslassen, entspannen, jüdisch reden, jüdischen Humor zeigen, über typisch jüdische Wortspiele lachen…hier kann sie wieder „auftanken“, weil sie sie SELBST ist.
Wenn ich jetzt mit dieser Frau zu den Pferden gehe, betritt sie in der Herde die „Gesellschaft der Pferde“…Pferde haben einen sehr starken Herdenverband, es gibt eine klare „Hackordnung“, sobald ein Mensch „ihren Raum“ betritt, ist er Teil der Herde und sie werden auf dich „reagieren“.
Tritt die Person dominant und forsch auf, riechen sie Angst und Unsicherheit, spüren sie Traurigkeit, Müdigkeit…ist da unterdrückte Wut… Pferde nehmen ALLES wahr…sie sind den Menschen mit ihren feinen Antennen WEIT überlegen.
Aber sie können nicht „hinter vorgehaltener Hand tuscheln“, oder lächeln und hinter dem Rücken lästern, oder denken „die Juden, das sind DIE Sorte von Menschen“… Pferde sind immer nur im Hier und Jetzt, und kommunizieren klar und direkt.
Pferde „sehen die Bilder in deinem Kopf“.
Was in der Herde mit dem Menschen passiert, ist nicht manipulierbar, dadurch immer echt und kann von dem Klienten deshalb ganz anders angenommen werden, als wenn „diese Theorie" von einem Psychologen oder ähnlichem, dargelegt werden würde.
Es kann also sein, dass die jüdische Frau im Raum der Pferde steht und sich die Pferde daraufhin zusammen gruppieren und sich von ihr abwenden.
Dann frage ich sie: „wie geht´s dir grad - was macht das mit dir - kennst du das irgendwoher…?“
Sie kommt in´s reden und gleichzeitig spüren…erzählt mir, dass es damals in der Schule schon so war…dass sie später im Berufsleben mit bestimmten Klamotten und Frisuren, es teilweise geschafft hat zu den „Coolen“ dazuzugehören…aber das Grundgefühl: wenn ich ICH bin, wenden sich die anderen von mir ab, ist abgespeichert und geblieben.
In der Pferdeherde kann sie nun loslassen und SEIN - eine Jüdische Frau mit Vorgeschichte, eigenen Wurzeln…sie muss nichts verstecken, verleugnen…sie kann spüren, wer sie in ihrem Kern wirklich ist.
Während der Einheit erlebt sie wieder die Gefühle der Ausgrenzung…sie bekommt die Situation durch die Pferdeherde sogar nochmal als Bild deutlich sichtbar…
Von diesem Punkt an, kann ich sie mit Fragen und Anregungen leiten und es kann ein „Wandel“ stattfinden…es ist durchaus möglich, dass die Pferde, nachdem sie ihre wahren Gefühle zugelassen hat, auf diese Veränderung reagieren und sich ihr zuwenden…
Und diese Erfahrung ist Gold Wert!
Es geht nicht über den Verstand sondern wird direkt über das Gefühl und die visuelle Wahrnehmung im Unterbewusstsein abgespeichert.
Eine Lücke, eine „Leere“ in der eigenen „Grundprogrammierung“ wird aufgefüllt, geheilt…
Bei der Nachbesprechung wird das Erlebte noch einmal wiederholt…das Bild und das Gefühl werden abgespeichert, verankert um es später im Alltag immer wieder hochholen zu können.
Wer möchte, kann mit mir noch eine Stufe weiter gehen:
Ich gehe jetzt z.B. mit der Jüdischen Frau vor den Spiegel in meiner Boutique.
Stelle Fragen wie: "Wie möchtest du an deinem Arbeitsplatz gesehen werden, was würde es dir leichter machen…ist es wirklich so schlimm, wenn man aus der Gruppe raussticht… hat das evt. auch Vorteile…?"
Da Kleidung/Styling nonverbale Kommunikation ist, der erste Kontaktpunkt mit dem wir in der Gesellschaft wahrgenommen werden, kann ich hier helfen, diese Wahrnehmung gezielt zu „steuern“ statt „passieren zu lassen“… damit hat meine Klientin selber das Gefühl der Führung, statt dem Gefühl “ich bin Reaktionen schutzlos ausgeliefert“.
Ich zeige ihr Möglichkeiten, reinzupassen, akzeptiert zu werden OHNE sich selber dabei zu verleugnen.
Hier schließt sich der Kreis und die Erfahrung in der Pferdeherde „man SELBST“ sein zu dürfen, bekommt reelles Handwerkszeug für den Alltag um dieses Gefühl auch in der „Menschenherde“ behalten zu dürfen.
Dadurch entsteht eine höhere Lebensqualität, ECHTE Begegnungen werden möglich, die „Alarmantennen“ können sich zurücklehnen…mehr Gesundheit und Lebensfreude….
Ein authentisches Leben wird möglich!